Überblick über den Vortrag von Prim. Univ.-Prof. Dr. Ludwig Kramer beim GESUNDE ZUKUNFT KONGRESS Wien 2024
Welche Krankheiten stehen im Zusammenhang mit dem Mikrobiom des Darms und handelt es sich um Korrelation oder Kausalität? Welche Rolle könnte das Mikrobiom bei Long Covid spielen? Warum wirkt das Geschäft mit Zu-Hause-Tests und Darmbakterien nicht unbedingt gesundheitsfördernd – und was wirkt wirklich?
Eine Definition vorweg: Als Mikrobiom bezeichnet man die Gesamtheit aller Mikroorganismen (Bakterien, Archaeen, Viren, Pilze und Protozoen), die unseren Körper besiedeln. Mikrobiome können u.a. das Immunsystem, den Stoffwechsel und das Hormonssystem ihres Wirts beeinflussen. (doccheck.com)
Erkrankungen, die mit dem Mikrobiom im Zusammenhang stehen

Es gebe einen Zusammenhang zwischen Störungen der bakteriellen Gemeinschaften („Dysbiose”) und einer Vielzahl von Erkrankungen: Neurologische Störungen, Depression, Autoimmunerkrankungen, Allergien, Diabetes, Adipositas … und auch Long Covid gehören dazu. „Das sind immer Krankheiten, wo keiner so genau weiß, woran das liegt“, so Prof. Kramer in seinem Vortrag beim GESUNDE ZUKUNFT KONGRESS in Wien im November 2024. Doch Achtung: Auch wenn zahlreiche Erkrankungen mit dem Mikrobiom im Zusammenhang stehen, bedeutet das nicht unbedingt, dass sie auch dadurch ausgelöst werden.
Generell kann man davon ausgehen, dass eine Vielfalt unterschiedlicher Bakterien im Darm prinzipiell gesünder ist als wenn nur wenige Bakterienstämme vorhanden sind. Aber einfach „fehlende“ Bakterien nachzufüllen sei nicht unbedingt die Lösung, erklärt Prof. Kramer. Probiotika-Produkte und Stuhltests über Internet hält er vor allem für ein gutes Geschäft. Denn „wer zuviel misst, misst Mist“. Anstatt alles bis ins Letzte zu analysieren, rät er, sich lieber gut zu ernähren und sich viel zu bewegen.

Anstatt Probiotika lieber Präbiotika aus Ballaststoffen
- Präbiotika: im Dünndarm schwer aufnehmbare Kohlenhydrate, die im Dickdarm fermentiert werden.
- Symbiotika: Mischung aus Präbiotika mit bereits vorhandenen Bakterien.
- Probiotika: die Bakterien alleine
Weg von verarbeiteten Nahrungsmitteln!
Die Ernährung hat einen wesentlichen Einfluss auf das Mikrobiom: „Was Sie essen, bildet sich im Mikrobiom ab!“, erklärt Prof. Kramer. Sein Appell: Mit gesunden Pflanzen, die auf der rechten Hälfte des Dickdarms fermentiert werden, könne man Gesundheit effektiv vermehren. Mit Fleisch könne man hingegen das Gegenteil auslösen. Als großes Problem definiert Prof. Kramer die verarbeiteten Nahrungsmittel, die mit erhöhtem Mortalitätsrisiko verbunden sind.
Bakterien und Long Covid
Prof. Kramer weist in seinem Vortrag auf eine Studie hin, die zeigt, dass bestimmte Bakterien, nämlich Bifidus-Bakterien, bei Covid-Erkrankungen reduziert sind. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass Ivermectin die Darmbakterien verbessern kann. – Die Studie wurde in der Folge zurückgezogen.
Themen der Publikumsfragen am Ende des Vortrags:
- Dysbiose und Parkinson
- Korrelation ist nicht Kausalität
- Auswirkung von Probiotika auf Ungeborene
- Diskussion: Von Ursache-Wirkung-Gedanken in Sachen Gesundheit trennen
- Zeolith und Darmentzündungen?
Den gesamten Vortrag streamen (Unkostenbeitrag € 10):


